Was passierte auf der 39. WOSM Weltkonferenz?

von Helmut Spießberger
Brasilien - Curitiba, mit 1.8 Millionen Einwohnern die 7. größte Brasilianische Stadt, 54 Quadratmeter Grünfläche pro Person und einem öffentlichen Netz an Doppelgelenkbussen, dass von 84 % der Einwohnern genutzt wird, war Anfang 2011 Ziel für 952 Pfadfinder und Pfadfinderinnen aus 119 Ländern, die an der 39. WOSM Weltkonferenz teilnahmen.
Was passierte auf der 39. WOSM Weltkonferenz?

Gruppenfoto mit Helmut Spießberger, Terry Pribil, Martin Danler, Christoph Hofbauer, Tini Hofbauer, Thomas Ertlthaler, Alex Söllei

Wer trifft sich auf Weltebene?

Die Weltkonferenz ist das leitende Gremium, die "Vollversammlung", von WOSM und setzt sich aus allen nationalen Mitgliedsorganisationen zusammen. Sie entscheidet über die Grundsätze, die Strategie und die Linie der Weltorganisation und findet alle drei Jahre statt. Als WOSM Mitglied haben die PPÖ volle Rechte auf dieser Konferenz und können so aktiv die Wege der Weltpfadfinderei mit bestimmen.

Delegation aus Österreich Martin Danler spricht im Plenum der Weltkonferenz.

Als Vertretung für die PPÖ waren Christoph Hofbauer (Bundesleiter), Terry Pribil (Assistentin der Bundesleitung), Martin Danler (Leiter des Bundesjugendrates), Thomas Ertlthaler (ehemaliger Bundesbeauftragter für Internationales und Mitglied des Kandersteg Komitees von WOSM), Alexander Söllei (Mitglied des Präsidiums und WOSM Vertreter bei der UNO) und Helmut Spießberger (Bundesbeauftragter für Internationales) auf der Konferenz.

Creating a better world

Toni, das Murmeltier-Gastgeschenk

In gut einer Woche haben wir mit Freunden aus aller Welt daran gearbeitet, wie die globale Pfadfinderei, trotz und dank unterschiedlicher kultureller Zugänge, auch in Zukunft dem WOSM Motto "creating a better world" gerecht werden und dies auch erreichen kann. Wir durften Einblicke in die Arbeit anderer Verbände erhalten- von der Katastrophenhilfe der PfadfinderInnen in Haiti, nach dem verheerenden Erdbeben in 2010, über die Arbeit mit Straßenkindern der Kenianischen Pfadis bis hin zu Roma Gruppen in der Slowakei. Wunderbare und ergreifende Eindrücke über die Bedeutung von uns als Jugendbewegung und die Möglichkeiten, die wir als Pfadis haben, wenn es darum geht, die Welt zu einem besseren, friedlicheren Ort zu machen.

Zukünftige Veranstaltungen

Thomas Ertlthaler, Terry Pribil am Konferenztisch

Die Konferenz hieß Weißrussland als neues Mitgliedsland willkommen, hörte Berichte über Großereignisse der näheren Zukunft (das Moot 2013 in Kanada, die Jamboree 2011 in Schweden und 2015 in Japan), stimmte über Großereignisse in ferner Zukunft ab, zum Beispiel das Moot 2017 in Island und das Jamboree 2019, veranstaltet von Mexiko, Kanada und den USA. Die Konferenz wählte ein neues Weltkomitee, das die Geschicke des Weltverbandes bis zur Weltkonferenz 2014 lenken soll.

Trotz all der Arbeit, Diskussionen und Abstimmungen ist und bleibt so eine Weltkonferenz natürlich einen Pfadfinderveranstaltung. So durften die gewisse Events, wie die Verkostung nationaler Spezialitäten und die Präsentation der verschiedenen Kulturen und Bräuche bei der International Fair, nicht fehlen, auch wenn unser Freunde aus Island lernen mussten, dass der Zoll bei gewissen Fischspezialitäten im Gepäck sehr kleinlich wird. Wir mussten leider feststellen, dass Lederhose und Dirndl in der Region, dank vieler deutscher Einwanderer im vergangenen Jahrhundert, nicht unbedingt als exotisch, sondern eher als regionale Tracht gesehen werden. Auch das Knüpfen und Pflegen von Freundschaften und Kontakten sind natürlich nicht zu kurz gekommen.

Und was sonst noch zu erwähnen ist

Fahnenparade bei der Eröffnungsfeier

• brasilianische PfadfinderInnen sind konfuse, aber herzliche Gastgeber.

• 3 kg Mozartkugeln nehmen viel Platz im Gepäck weg, um dann binnen weniger Minuten vergriffen zu sein.

• wir sind nicht mehr die einzigen mit roten Uniformhemden.

• unser heimischer Regen ist wunderbar sanft und unbedeutend, verglichen mit einem tropischen Regensturm. Unser Pfadihut ist so einem tropischen Regen aber gewachsen.

Weiterführendes

Bildnachweis: PPÖ & Escoteiros do Brasil