Mit dem Friedenslicht nach Amerika
Die AUA erklärte sich wieder bereit, das Licht nach New York JFK zu transportieren und sich auch um alle notwendigen Genehmigungen zu kümmern.
Da die Sicherheitsbestimmungen seit dem letzten Jahr noch einmal verstärkt wurden, waren ca. 30 Seiten an Unterlagen, Genehmigungen, Passdaten und Fotos notwendig, um eine reibungslose Abwicklung des Transportes zu gewährleisten.
Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, flogen Wolfgang Kerndler (Emergency Instructor AUA) und ich am 16. Dezember 2005 nach New York.
Wir hatten zwei bis zum Rand gefüllte Speziallampen und einen Transportcontainer mit. Extra Öl, Lampen oder sogar Zündhölzer waren nicht erlaubt. Wir wussten zwar, dass die Lampen unter normalen Bedingungen 18 bis 20 Stunden brennen, aber wie sich der veränderte Kabinendruck auf den Ölverbrauch auswirken würde, wussten wir nicht (3 Stunden vor Abflug übergab ich das Licht an die Security von AUA, wir starteten mit einer Stunde Verspätung und der Flug dauerte 9 Stunden).
Der Flug war sehr unruhig, es gab viele Turbulenzen, und da wir in diesem Jahr keine Möglichkeit hatten die Lampen an Sauerstoff anzuschließen, bangten Wolfgang Kerndler und ich bei jedem Luftloch um das Licht. 9 Stunden können so sehr lange dauern. Aber wir haben es geschafft, das Licht brennend nach New York zu bringen.
In New York JFK wurden wir schon erwartet und von einer Vertreterin der AUA-Bodenstation, die für die Einreise und Zollabwicklung verantwortlich war, sowie zwei Polizisten von Port Authorities (Pfadfinder) direkt von der Maschine abgeholt.
Da wir alle Genehmigungen hatten, dauerte die Einreise mit Fotos, Fingerabdrücken und Formularen nur 10 Minuten.
Mit Polizeieskorte wurden wir vom Terminal 1 zum Terminal 4 gebracht, wo schon einige Vertreter der Boy Scouts of Amerika und eine Vertreterin der lokalen Zeitung warteten. In der Flughafenkapelle wurde anschließend eine kurze Willkommenszeremonie abgehalten.
Am Samstag hatte ich einige Stunden zur Verfügung, um den Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center in Manhattan anzuschauen sowie den Broadway und die Fifth Avenue entlang zu spazieren.
Am Abend war ich zu einer Eagle Scout Verleihung eingeladen. Der Eagle Scout ist die höchste Ausbildungsstufe für Boy Scouts, und nur wenige erfüllen die Anforderungen. Es war eine ganz besondere Erfahrung für mich, dabei zu sein.
Am Sonntagvormittag besuchte ich eine katholische Gemeinde in Queens und war bei ihrem Sonntagsgottesdienst dabei. Es war berührend, die Freude der Kinder zu erleben, als sie erfuhren, dass sie das Friedenslicht am 24. Dezember aus ihrer Kirche mit nach Hause nehmen würden - das Licht das um die halbe Welt zu ihnen gekommen war.
Um nicht am Flughafen Probleme zu bekommen, ließ ich die Lampen in der Obhut der Boy Scouts zurück. Die Lampen werden zerlegt, gereinigt und dann per Post an uns zurückgeschickt. So war die Ausreise kein Problem.
Weitere Fotos aus New York:







