Evaluierung? Evaluation? Was ist denn das?

von Tobias Bischofberger
Zwei Begriffe, die zumindest Ausbildungsfunktionären bei den PfadfinderInnen in der letzten Zeit öfters über den Weg gelaufen sind, sind "Evaluierung" und "Evaluation". Aber was, Bitteschön, versteht man darunter? Und was hat das mit den PfadfinderInnen und der WiWö-Stufe zu tun?

Fachchinesisch – oder doch nicht?

"Evaluierung bzw. Evaluation bezeichnet die Summe systematischer Untersuchungen, die empirische, d.h. erfahrungsbasierte Informationen bereitstellen, so dass es möglich wird, den Wert (Güte und Verwendbarkeit) eines (in der Regel sozialen) Evaluationsgegenstandes einzuschätzen." So steht es zumindest im Fachwörterbuch. Das heißt also, dass mit System untersucht wird, wie gut und verwendbar das durch eine Evaluation zu Beschreibende und zu Bewertende ist. Dies geschieht mit einer möglichst breiten Recherche und einer möglichst objektiven Beleuchtung von vielen unterschiedlichen Seiten.

Evaluierung – Teil unserer strategischen Ziele

Aber was hat das nun mit den PfadfinderInnen und den WiWö zu tun? Hier müssen wir die Uhr kurz zurück drehen. Am 16. Oktober 2005 tagte nämlich die Bundestagung der PPÖ in Salzburg. Die Bundestagung ist unser höchstes Verbandsgremium – in ihm sind Landesleitungen und die Bundesleitung, die Landespräsidien und das Bundespräsidium, und alle Landes- und die Bundesjugendräte vertreten. Die Bundestagung beschließt auch alle 3 Jahre den so genannten strategischen Plan, der dann die Arbeit des gesamten Verbandes für diese 3 Jahre bestimmt. Im Bereich Kinder- und Jugendprogramm lautet ein Ziel bis 2008, innerhalb von drei Jahren unsere pädagogischen Konzepte anhand aktueller Studien und der gesellschaftlichen Entwicklung zu evaluieren. Womit wir dann da wären, wo ich eigentlich hin will:

Evaluierung und die WiWö-Stufe

Auch wir haben also bei den Wichtel und Wölflingen die Aufgabe "zu evaluieren" – also zu hinterfragen, ob das pädagogische Konzept der WiWö-Stufe und unser Stufenziel noch altersgemäß und pädagogisch aktuell ist. Eine wie ich finde sehr anspruchsvolle und umfangreiche Aufgabe. Und es kann jetzt schon gesagt werden, dass diese in den kommenden Jahren sehr viel Zeit unseres Arbeitskreises in Anspruch nehmen wird. Aber es macht Sinn, sich auch hin und wieder hinzustellen und zu hinterfragen, ob das, was wir machen, auch das ist, was wir machen sollten – oder?

Der WiWö-Bundesarbeitskreis hat nun Anfang November damit begonnen, dieses riesige "Evaluierungsfeld" etwas "abzustecken". Dabei sind uns Fragen wie "Was brauchen Kinder unserer Altersstufe?" oder Bereiche wie unsere Rahmengeschichten, das Erprobungssystem und die Werte der Kinder im WiWö-Alter eingefallen. Eine wichtige Frage wird auch sein "Wie passt das mit den GuSp zusammen?". Dankenswerter Weise haben wir aber da schon ein "Puzzleteil" zum "Andocken" – nämlich die "Evi". Die GuSp sind ja mit ihrer umfangreichen Evaluierung bereits fertig. Alle Ergebnisse gibt es bereits online bei den GuSp.

"VALU" – unsere "Evi"

eVALUierung der WiWö-Stufe

Unsere Evaluierung wird übrigens unter dem Arbeitstitel "eVALUierung" laufen – angelehnt an Balu den Bären – zum einen, weil er der "Lehrmeister" der Wölfe war, und zum anderen damit wir - wenn es zu anstrengend werden sollte - uns auch an den Spruch "Probier's mal mit Gemütlichkeit" erinnern. :-) Jedenfalls werden wir euch alle auf dem Laufenden halten. Starten wir also mit unserer "WiWö-eVALUierung" – so gut wir können!