Beteiligung von Kindern leicht gemacht - Bericht über das WiWö-Bundesspezialseminar 2009
Nach einem gemütlichen Eintrudeln, Basteln, Kennenlernen und Spielen zum Einstieg, ließen wir uns voll auf das Thema ein, indem wir überlegten und besprachen, wie wir zur Partizipation von Kindern stehen und welche Erfahrungen wir gemacht haben.
Auch unsere Erwartungen an das Seminar wurden besprochen und da stellte sich heraus, dass wir einerseits inhaltliche Inputs mitnehmen wollen und andererseits Umsetzungsmöglichkeiten für Heimstunden, Lager und Veranstaltungen erarbeiten wollen.
Wir probierten daher am Samstag viele Methoden aus, das heißt wir spielten, diskutierten und tauschten unsere Meinungen aus. Auch der inhaltliche Input kam nicht zu kurz. Es wurde auf die rechtlichen Grundlagen eingegangen, auf Voraussetzungen und theoretische Modelle von Beteiligung.
Besonders beschäftigt hat uns ein Modell der Mitbeteiligung, das neun Stufen umfasst, von der Fremdbestimmung bis zur Selbstverwaltung. Wir diskutierten sehr intensiv darüber in welchen Beteiligungs-Stufen wir uns in den Heimstunden, auf Lagern, Gruppenaktionen usw. befinden und fanden sowohl Beispiele, wo es Handlungsbedarf gibt, da WiWö nur "Alibi-teilhaben", als auch Beispiele, bei denen Mit- und Selbstbestimmung der WiWö gelebt wird. Eine besonders angeregte Diskussion führten wir über Selbstbestimmung und Selbstverwaltung in der WiWö Stufe und wir stellten uns die Fragen, wann, wo und wie sich WiWö selbst verwalten, also die völlige Entscheidungsfreiheit haben.
Können das die WiWö überhaupt schon?
Diesen Fragen widmeten wir uns am Sonntag. In Gruppen erarbeiteten wir konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für Partizipation der WiWö. Zwei Gruppen beschäftigten sich mit Inhalten und Methoden, die sie in Heimstunden, auf Lagern und bei Aktionen einbringen wollen, die Bundes- und Landesbeauftragten nützten die Zeit für Überlegungen, wie Partizipation inhaltlich und methodisch in der WiWö-Stufe verankert werden kann.
So konnte jede und jeder für ihren bzw. seinen Bereich viele Anregungen mitnehmen. Ich habe vor allem für die Arbeit in der Kinderrechte-Plattform Anregungen mitgenommen. Vielen ist es wahrscheinlich nicht bekannt, dass die steirischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder vor fünf Jahren die Kinderrechte Plattform Steiermark mitgegründet haben, die sich das Ziel gesetzt hat, jedes Jahr eine Aktion für Kinder in der Steiermark zu veranstalten, bei der Kinder mehr über ihre Rechte erfahren und diese erleben können.
Wir, die Pfadfinder, sind ein wichtiges Mitglied dieser Plattform, weil wir (oft ohne dass es uns bewusst ist) den Kindern und Jugendlichen einen Rahmen anbieten, in dem sie ihre Rechte erleben können, wie z.B. Berücksichtigung des Kindeswillens (Art.12(1)), Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit (Art.13(1)), Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit (Art.14(1)), Recht auf Beteiligung an Freizeit, kulturellem und künsterischem Leben (Art.31(1)) und viele mehr.
Auf diesem Seminar wurden viele Möglichkeiten gefunden, wie WiWö sich beteiligen können, somit von ihren Rechten Gebrauch machen können bzw. ihre Rechte einfordern können und vieles wird sicher schon umgesetzt, wenn ich an den Tatendarng denke, mit dem alle nach Hause fuhren.
Näheres zur Kinderrechte Plattform unter www.kinderrechte-steiermark.at

