Körperbewusstsein und Körperliche Leistungsfähigkeit

von Sandra Diwoky
Zu Beginn finde ich es wichtig anzuschauen, was die Verbandsordnung zu diesem Schwerpunkt für die GuSp-Stufe vorgibt: "Die Entwicklung des Körpers (z.B. Pubertät) kennen; sportliche Aktivitäten zur Förderung der Gesundheit ausüben" (VO 1.7);

Es geht also um zwei wichtige Punkte: die Entwicklung des Körpers und die sportlichen Aktivitäten zur Gesundheitsförderung. Im Erprobungsheft "Joker - Gemeinsam die Erprobungen wagen" findest du natürlich Ideen, um den Schwerpunkt mit deinen GuSp altersgemäß umzusetzen. Mir ist es wichtig, auf einige Punkte aufmerksam zu machen, die meiner Meinung nach zu diesem Schwerpunkt dazugehören.

GuSp und Sexualität

Laut "Wiener Jugendgesundheitsbericht 2002" hatten 50 % aller 16-jährigen Jugendlichen bereits Geschlechtsverkehr. Auf die Frage: "Hast du schon einmal mit jemanden geschlafen?", antworten die unter 14-jährigen Mädchen: "ja": 9 %, "nein": 90 %, "keine Angaben": 1 %; Bei den unter 14-jährigen Burschen antworten 11 % mit "ja", 85 % mit "nein" und 4 % machen "keine Angaben" dazu. Weiters sagt die Studie, dass "vor allem jüngere Jugendliche, insbesondere die 14-jährigen Burschen, weniger und teilweise falsch im Vergleich zu den Mädchen und den älteren über Empfängnisverhütung aufgeklärt sind. Es hat sich in den letzten zehn Jahren das Verhütungsverhalten zwar zum Positiven verändert, trotzdem kann das Verhütungsverhalten beider Geschlechter nicht als ausreichend bewertet werden, denn rund 15 Prozent der Jugendlichen treffen keinerlei Vorsorge." Hier besteht also ein Nachholbedarf, vor allem bei der Aufklärung der Burschen. Was bedeutet das für die GuSp? Aus meiner Sicht heißt das, dass es schon in der GuSp Stufe wichtig ist, mit den Kids das Thema Verhütung zu besprechen, und ihnen auf jeden Fall als verständnisvolleR GesprächspartnerIn zur Verfügung zu stehen.

HIV/Aids

Zum Thema Gesundheit gehört heute sicherlich auch des Thema HIV/Aids. Im "Wiener Jugendgesundheitsbericht 2002" kann man dazu folgendes nachlesen: Auf die Frage: "Ist Aids ein Thema, das Dich persönlich gegenwärtig beschäftigt?" antworten 28 % der Befragten bis 14 Jahre "ja, sehr", 58 % mit "ja, etwas" und nur 14 % mit "nein". Man kann also daraus schließen, dass die GuSp sehr wohl offen für dieses Thema sind. Im Sinne der Gesundheitsförderung sollte es uns am Herzen liegen, dieses Thema anzusprechen. Abgesehen davon steht es doch auch im unmittelbaren Zusammenhang mit dem oben angesprochenen Thema Sexualität. Die Erfahrung zeigt auch, dass Kinder im GuSp-Alter - zumindest solange sie noch nicht in der Pubertät sind - sehr aufgeschlossen und interessiert für informative Gespräche zum Thema Verhütung und Aids sind. Als GuSp-LeiterIn hast du es daher vielleicht einfacher, als so mancheR CaEx-LeiterIn die Kids für das Thema Verhütung sensibel zu machen (auch wenn sie dieses Wissen - siehe 1. Statistik - nicht sofort anwenden werden).

Ernährung und Gesunde Lebensweise

Ein weiterer wichtiger Punkt im Bereich der Gesundheit ist die Ernährung. Wenn du den Speiseplan für das Sommerlager gemeinsam mit deinen Guides und Spähern erstellst, dann achtest du sicherlich auf die wesentlichsten Ernährungsgrundsätze. Aber auch, wenn du am Lager oder in Heimstunden Preise bei Spielen oder Abenteuern austeilst, dann denk daran, dass es nicht immer eine Tafel Schokolade sein muss, sondern auch einmal etwas Gesundes sein kann. Ein strittiges Thema bei uns LeiterInnen ist immer wieder Nikotin und Alkohol. Hier erscheint mir der Hinweis wichtig, dass wir als LeiterInnen mit allem was wir tun, Vorbilder für unsere GuSp sind. Die Art und Weise wie du daher mit diesen Suchtmitteln umgehst, wird den Umgang deiner GuSp damit mit beeinflussen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir als LeiterInnen auf die Bedürfnisse der GuSp eingehen. Es wird nicht in jedem GuSp-Trupp den Bedarf geben das Thema Nikotin zur Sprache zu bringen und es wird aus Sicht der LeiterInnen immer auch GuSp-Trupps geben, die aufgrund ihrer Entwicklung noch nicht bereit sind, sich mit dem Thema Sexualität auseinanderzusetzen.

Wir LeiterInnen sollten aber in jedem Fall bereit sein, diese "neuen" Themen mit unseren GuSp zu besprechen und uns gründlich darauf vorbereiten. Wobei ich zum Schluss noch anmerken möchte: Wir müssen nicht für jedes Thema Expertin/Experte sein! In vielen Fällen, besonders bei sensiblen Themen, kann es hilfreich sein ExpertInnen einzuladen, oder diese in der Vorbereitung zu befragen.