Ausbildungsweg

Die kontinuierliche Ausbildung der StufenleiterInnen, GruppenleiterInnen und der GruppenfunktionärInnen wird in mehrere Abschnitte unterteilt.

Einstiegsseminar

Ziel:

Nach dem Einstiegsseminar haben sich die TeilnehmerInnen mit den Grundsätzen der PPÖ auseinandergesetzt. Sie haben ihre Entscheidung bezüglich ihrer Leitungstätigkeit reflektiert.

Inhalte:

  • Gesetz und Versprechen der PPÖ
  • Ziel und Wesen der PPÖ
  • Acht Schwerpunkte
  • Zusammenhänge der Stufen - Roter Faden
  • Warum bin ich PfadfinderIn?
  • Warum will ich PfadfinderleiterIn werden?
  • Verantwortung als PfadfinderleiterIn
  • Ausbildungsweg bei den PPÖ
  • Leitbild der PPÖ

Organisatorisches:

Für die Durchführung des Einstiegsseminars ist im Allgemeinen das Landesausbildungsteam zuständig. Es wird von den Landesbeauftragten für Ausbildung oder von ihnen beauftragten TrainerInnen der PPÖ geleitet. Für die erfolgreiche Teilnahme am Einstiegsseminar erhalten die TeilnehmerInnen eine Bestätigung, die in ganz Österreich gültig ist. Dieses Seminar ermöglicht die Vorbereitung auf das Grundlagenseminar.

Vorbereitung auf das Grundlagenseminar

für StufenleiterInnen, GruppenleiterInnen und GruppenfunktionärInnen

Ziel:

Vor dem Grundlagenseminar haben sich die angehenden PfadfinderleiterInnen aufgrund der Erfahrungen aus dem Einstiegsseminar entschieden, Leitungsverantwortung im Rahmen der PPÖ zu übernehmen. Sie haben typische Arbeitsformen ihrer zu betreuenden Zielgruppe miterlebt und kennen die geschichtlichen Hintergründe der PfadfinderInnenbewegung.

Organisatorisches:

Die Verantwortung für die Betreuung der PfadfinderleiterInnen liegt bei der PfadfinderInnengruppe (Gruppenrat, GruppenleiterIn, Ausbildungsverantwortliche der Gruppe).

Grundlagenseminar für StufenleiterInnen

Ziel:

Nach dem Grundlagenseminar kennen die TeilnehmerInnen die Grundlagen ihrer Stufe. Sie haben praktische Anregungen für die zielorientierte und methodische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erhalten. Sie sind motiviert das im Seminar Erlebte umzusetzen und Neues auszuprobieren. Sie sind befähigt in der Leitung dieser Stufe mitzuarbeiten.

Für alle Stufen gültige Inhalte:

  • Stufenziel
  • Stufenmethoden
  • Acht Schwerpunkte
  • Veranstaltungen

Grundlagenseminar für GruppenleiterInnen und GruppenfunktionärInnen

Ziel:

Nach dem Grundlagenseminar kennen die GruppenleiterInnen beziehungsweise die GruppenfunktionärInnen ihre Aufgabenbereiche. Sie haben praktische Anregungen für die zielorientierte und methodische Arbeit ihrer Zielgruppe erhalten. Sie sind motiviert das im Seminar Erlebte umzusetzen und Neues auszuprobieren.

Inhalte:

  • Stufenzusammenhänge - Roter Faden
  • Zuständigkeit und Aufgabenbereiche von Elternrat und Gruppenleitung
  • Bedeutung des Gruppenrats und des Elternrates (Planung, Leitung und Durchführung)
  • Ausbildungsweg für PfadfinderleiterInnen, Aus- und Weiterbildung in der Gruppe
  • Personalmanagement, AIS - Adults in Scouting, Umgang mit MitarbeiterInnen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Rechtliche Fragen
  • Jahresplanung, langfristige, strategische Planung
  • Kenntnisse über Landes- und Bundesverband

Methodischer Hinweis:

Die Vermittlung der acht Schwerpunkte soll die JugendleiterInnen, GruppenleiterInnen und GruppenfunktionärInnen persönlich ansprechen und ihnen auch die Umsetzung für die Stufenarbeit beziehungsweise mit ihrer Zielgruppe ermöglichen.

Organisatorisches:

Für die Durchführung des Grundlagenseminars ist im Allgemeinen das Landesausbildungsteam zuständig. Für die erfolgreiche Teilnahme am Grundlagenseminar erhalten die TeilnehmerInnen eine Bestätigung, die in ganz Österreich gültig ist. Entsprechend der Verbandsordnung erhalten die PfadfinderleiterInnen nach dem erfolgreichen Abschluss des Grundlagenseminars und allenfalls weiterer Bedingungen der Stufe und/oder des Landesverbandes das "Instruktorabzeichen".

Vorbereitung auf das Aufbauseminar

für StufenleiterInnen, GruppenleiterInnen und GruppenfunktionärInnen

Ziel:

Vor dem Aufbauseminar haben die PfadfinderleiterInnen das bisher Gelernte in ihrer Arbeit im Rahmen der PPÖ angewandt, reflektiert und immer wieder Neues ausprobiert. Sie haben sich mit den Interessen und Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ihrer Zielgruppe auseinander gesetzt. Sie kennen die Arbeitsweise der anderen Stufen und besitzen Grundkenntnisse in Erster Hilfe und Krankenpflege. Die StufenleiterInnen haben auf einem Lager ihrer Stufe mitgearbeitet.

Organisatorisches:

Gemeinsam mit den GruppenleiterInnen oder Ausbildungsverantwortlichen ihrer Gruppe werden die persönlichen Ausbildungsschritte festgelegt und überprüft. Der Weg zum Aufbauseminar dauert im Allgemeinen ein Jahr, mindestens aber ein halbes Jahr.

Neben dem "persönlichen Lernen" kann Ausbildung wahrgenommen werden durch:

  • Mitarbeit im Gruppenrat und in regionalen Arbeitskreisen
  • Kontakt mit dem Team des Grundlagenseminars (schriftliche Arbeit, Gespräch)
  • Teilnahme an Spezialseminaren: Es werden nach Absprache mit den Landesbeauftragten für Ausbildung neben den Seminaren der PPÖ auch Seminare anderer Ausbildungsveranstalter anerkannt (Landesjugendreferat, Volkshochschule, Arbeitsplatz...)
  • Gespräch mit erfahrenen JugendleiterInnen

Erste Hilfe Kurs

Der Erste Hilfe Kurs im Ausmaß von sechzehn Stunden ist bundesweit verpflichtend und bis zum Aufbauseminar zu besuchen. Dieser Kurs kann auch bei einem externen Anbieter absolviert werden.

Aufbauseminar für StufenleiterInnen

Ziel:

Nach dem Aufbauseminar kennen die TeilnehmerInnen pädagogische Hintergründe ihrer Stufe. Sie wissen um die Bedeutung zielorientierter Arbeit und können die Stufenmethoden anwenden. Sie haben ihre Erfahrungen im Seminar eingebracht und es aktiv mitgestaltet. Sie sind befähigt in dieser Stufe verantwortlich zu leiten.

Für alle Stufen gültige Inhalte:

  • Roter Faden
  • Vertiefung der Stufenmethoden
  • Leiten mit Verantwortung
  • Acht Schwerpunkte
  • Kinder und Jugendliche und ihre Eigenheiten
  • Langfristige und zielorientierte Programmplanung
  • Lagermanagement
  • Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Leitbild der PPÖ

Aufbauseminar für GruppenleiterInnen und GruppenfunktionärInnen

Ziel:

Nach dem Aufbauseminar haben sich die GruppenleiterInnen und GruppenfunktionärInnen intensiv mit mindestens einer Managementmethode auseinander gesetzt. Sie haben ihre Erfahrungen im Seminar eingebracht und es aktiv mitgestaltet.

Das Aufbauseminar besteht aus zehn Einheiten à 90 Minuten – den Aufbaumodulen. Es gibt:

  1. verpflichtende Module (AM, verpflichtend)
  2. Wahlmodule (AM)

Inhalte:

  • Risikomanagement und Krisenmanagement (AM, verpflichtend)
  • Konfliktmanagement (AM verpflichtend)
  • Zeitmanagement (AM)
  • Projektmanagement (AM)
  • Kommunikation (AM verpflichtend)
  • Moderation, Präsentation (AM)
  • Personalmanagement einer Gruppe (AIS)
  • Motivation (AM)
  • Leitbild der PPÖ (AM verpflichtend)
  • Spiritualität (Grundlagenseminar oder AM verpflichtend)

Methodischer Hinweis:

Die Vermittlung der acht Schwerpunkte soll die StufenleiterInnen, GruppenleiterInnen und GruppenfunktionärInnen persönlich ansprechen und ihnen auch die Umsetzung für die Stufenarbeit beziehungsweise mit ihrer Zielgruppe ermöglichen.

Organisatorisches:

Für die Durchführung des Aufbauseminars ist im Allgemeinen das Landesausbildungsteam zuständig. Für die erfolgreiche Teilnahme am Aufbauseminar erhalten die TeilnehmerInnen eine Bestätigung, die in ganz Österreich gültig ist. Entsprechend der Verbandsordnung erhalten die PfadfinderleiterInnen nach dem erfolgreichen Abschluss des Aufbauseminars und allenfalls weiterer Bedingungen der Stufe und/oder des Landesverbandes das "Meisterabzeichen".

Die GruppenleiterInnen sollen den Besuch zumindest eines funktionsspezifischen Weiterbildungsseminars - zum Beispiel Sitzungsleitung, Zeitmanagement, Kommunikation, Moderation - nachweisen, wobei es ihnen freigestellt ist, welches Angebot sie nützen. So ist der Besuch von Firmenseminaren, Seminaren der Landesjugendreferate, wie auch das Angebot seitens der PPÖ geeignet, den zweiten Schritt erfolgreich zu absolvieren.

Vorbereitung auf den Woodbadgekurs

Ziel:

Vor dem Woodbadgekurs haben die PfadfinderleiterInnen das am Aufbauseminar Erfahrene in ihrer Stufe, der Gruppe und auf regionaler Ebene umgesetzt. Als verantwortliche StufenleiterInnen vertreten sie die Stufe im Gruppenrat und gegenüber Eltern. Sie sind befähigt, bewusst auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen einzugehen und werden angeregt, das eigene Verhalten regelmäßig zu überdenken.

Organisatorisches:

Der Weg zum Woodbadgekurs dauert im Allgemeinen ein Jahr. So wie bisher legen die PfadfinderleiterInnen zusammen mit den GruppenleiterInnen oder Ausbildungsverantwortlichen der Gruppe die persönlichen Ausbildungsschritte fest. Darüber hinaus ist der Besuch von Seminaren der PPÖ oder anderer Institutionen zu empfehlen.

Der Woodbadgekurs - das gruppenbezogene Selbsterfahrungsseminar

Ziel:

Am Ende des Woodbadgekurses haben die TeilnehmerInnen

  • den Prozess einer Gruppenentwicklung erlebt und reflektiert,
  • sich mit ihrer Teamfähigkeit und ihren Rollen in einer Gruppe auseinandergesetzt,
  • Grundlagen der Kommunikation kennen gelernt,
  • einen Zielfindungsprozess erlebt und reflektiert,
  • Schritte zur persönlichen Weiterentwicklung überlegt, umgesetzt und reflektiert,
  • sich mit ihren Werten auseinandergesetzt,
  • ihr Engagement für die Pfadfinderbewegung reflektiert,
  • sich mit dem Seminarthema auseinandergesetzt.

    ("Ende des Woodbadgekurses" = Seminar, Nachbereitungswochenende, Seminararbeit)

Seminarinhalte

  • Zielorientiertes Arbeiten
  • Kommunikation
  • Prozesse in der Gruppe
  • Werte
  • Engagement
  • Schritte zur persönlichen Weiterentwicklung
  • Seminarthema

Organisatorisches:

Die Abhaltung von Woodbadgekursen liegt in der Verantwortung des Bundesausbildungsteams (BAT). Die SeminarleiterInnen müssen als Leader-Trainer beim Weltverband WOSM registriert sein, die StufenteamleiterInnen müssen Assistant-LeadertrainerInnen sein, die übrigen Teammitglieder müssen die Woodbadgeausbildung abgeschlossen und TrainerInnen der PPÖ sein. Bei den Woodbadgekursen sind auch internationale Ausbildungsrichtlinien zu beachten. Die Voraussetzung für die Teilnahme an einem Woodbadgekurs ist ein absolviertes Aufbauseminar einer Stufe oder der Gruppenleitung.

Der Woodbadgekurs besteht aus zwei Teilen:

  • Seminar (= eine Woche) und Nachbereitungstreffen (= ein Wochenende)
  • Schriftliche Arbeit zu vorgegebenen Themen als persönliche Reflexion und Auswertung des Seminars. Anstelle der schriftlichen Arbeit können auch Gespräche mit Mitgliedern des Seminarteams über denselben Themenkreis gehalten werden.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der zwei Teile des Woodbadgekurses verleiht die Landesleitung im Namen der Bundesleitung den PfadfinderleiterInnen das Woodbadge.

Weitere Ausbildung

Ziel:

Die PfadfinderleiterInnen bilden sich – nach Abschluss der Regelausbildung – entsprechend ihrer Fähigkeiten, Interessen und Aufgaben weiter.

Organisatorisches:

Die Verantwortung für die weitere Ausbildung liegt in erster Linie bei den PfadfinderleiterInnen selbst. Die GruppenleiterInnen und GruppenfunktionärInnen sollen während jeder ihrer Amtsperioden, die jeweils drei Jahre dauert, den Besuch zumindest eines Seminars (Inhalte siehe Aufbauseminar für GruppenleiterInnen) nachweisen.

Wechsel der Stufe

Grundsätzlich gilt die Ausbildung der PfadfinderleiterInnen nur für eine Stufe. PfadfinderleiterInnen, welche die Stufe, in der sie leiten, wechseln, müssen sich der Ausbildung für die neue Stufe unterziehen.

Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • Das Einstiegsseminar ist nur einmalig zu absolvieren.
  • Das Grundlagenseminar und die nachfolgenden Ausbildungsschritte in der neuen Stufe sind wie vorgesehen zu absolvieren.

Spezialausbildung

Spezialseminare werden zu speziellen Themen - zum beispiel religiöse Themen, pädagogische Themen, Pfadfindertechnik, musische Themen - oder für besondere Zielgruppen - zum Beispiel PWA - LeiterInnen, Elternräte - veranstaltet. Sie stellen als Ergänzung zu den Ausbildungsseminaren ein zusätzliches Angebot im Sinne der kontinuierlichen Ausbildung dar.

Im Allgemeinen können sie von allen PfadfinderleiterInnen ohne besondere Vorbedingungen besucht werden. Es ist jedoch den SeminarleiterInnen vorbehalten, für bestimmte Seminare Teilnahmebedingungen festzulegen. Die TeilnehmerInnen erhalten eine Seminarbestätigung.

Die Durchführung von Spezialseminaren liegt in der Verantwortung der Landesausbildungsteams, in manchen Fällen auch in der des Bundesausbildungsteams.

Die Teilnahme an internationalen Seminaren ist in Absprache mit den Bundesbeauftragten für PfadfinderInnenausbildung möglich.

So wie die Ausbildungsseminare müssen auch die Spezialseminare den Richtlinien der PPÖ - der Verbandsordnung und dem Organisationshandbuch für Ausbildung der PPÖ, entsprechen.