Wir werden wachsen!

am 22.12.2003
KOMMENTAR VON CHRISTIAN LETZ
Wir werden wachsen!

"Wir wollen wachsen" – ein Motto, das der Bundesrat in das laufende Drei-Jahres-Programm geschrieben hat. Um dieses Ziel zu verwirklichen, müssen wir als PfadfinderInnen sichtbar sein und werden. Wir müssen uns den Fragen der Zeit stellen und auch Stellung beziehen. Dies heißt auch gleichzeitig, dass wir zu unseren Werten und Grundsätzen stehen müssen. Diese Werte und Grundsätze sind zwar in Gesetz und Versprechen festgehalten, wie wir aber die Gewichtungen legen, wie sich dies auf konkrete gesellschaftliche Fragestellungen auswirkt, das kann nur im Rahmen einer sinnvollerweise groß angelegten Wertediskussion herausgearbeitet werden.

Wir brauchen diese Diskussion nicht zu führen, wenn uns dies zu unangenehm ist, oder wenn das den gerade mühsam errungenen Konsens zu sehr stört. Wir können auch so wie bisher "in bewährter Weise" die unbestritten großartige Kinder- und Jugendarbeit weiterführen. Dann dürfen wir uns aber auch nicht wundern, wenn wir als Pfadfinder langsam in der gesellschaftlichen Bedeutungslosigkeit versinken. Dann dürfen wir uns nicht darüber beklagen, dass wir im Zug der Zeit im letzten Waggon sitzen. Wenn wir die pfadfinderische Toleranz mit Beliebigkeit und Konturlosigkeit gleichsetzen, dann muss uns klar sein, dass alle professionellen Freizeitangebote unsere direkten Konkurrenten im Ringen um die Zeit und die Gunst der Kinder und Jugendlichen sind.

Herausforderungen erfordern Mut

Um es klar zu sagen und nicht missverstanden zu werden: Ich möchte hier weder Lanze für die "gute alte Zeit" brechen noch dazu auffordern, alle bisherigen Erfolge gering zu achten. Aber die Veränderungen von Gesellschaft und Umwelt rund um uns geschehen in einer Geschwindigkeit, die eine neue Qualität darstellt. Und ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, die Welt wartet nicht darauf, dass wir nachkommen. Die Herausforderungen, die die Zukunft der nächsten Jahre für uns bereit hat, erfordern von uns viel Mut! Mut, um Liebgewonnenes aufzugeben, Mut um Ungewohntes zu tun und Mut zum Nachdenken über Neues bisher Undenkbares. Tabus und Traditionalismus werden uns nicht helfen, diesen Mut aufzubringen, im Gegenteil, sie werden Diskussionen verhindern und den Blick auf mögliche Lösungen verstellen.

Ich wünsche uns für die Zukunft diesen Mut und Zuversicht! Wir werden wachsen!