Bei mir und bei dir beginnt's

von Monika Fabjan
Praktische Tipps zum Thema "Migration" findest du hier - zusammengestellt von unserer ehemaligen Leiterin der Gilwellparkgruppe, Monika Fabjan. Ihre Schriftenreihe entstand 2007, jedoch beschäftigen uns Schlagworte wie "Migration", "Flüchtlinge" oder "Einwanderer" auch in diesem Jahr sehr intensiv, weshalb dieses Thema hier behandelt wird.
Bei mir und bei dir beginnt's

Migration - das war das Jahresthema 2007, Themenschwerpunkt des EU-Vorsitzes von Deutschland. Migration - das ist ein Wort, wo viele oft Äpfel mit Birnen vertauschen, verwechseln, vergleichen. Darum ist eine Begriffserklärung vielleicht ein erster Schritt zum besseren Verstehen:

Der Begriff Migration hat folgende Bedeutungen:

  • in den Gesellschaftswissenschaften die Einwanderung und Auswanderung von Menschen.
  • in der Soziologie im weitesten Sinne jeder längerfristige Wohnortwechsel eines Menschen.
  • in der Geographie eine Wanderung von Einzelnen oder Gruppen mit dem Ergebnis eines nicht nur kurzfristigen Wohnsitzwechsels.

Flüchtling ist eine Person, die durch politische Zwangsmaßnahmen, Kriege oder existenzgefährdende Notlagen veranlasst wurde, ihre Heimat vorübergehend oder auf Dauer zu verlassen. Ein engerer Begriff als in der Alltagssprache üblich wird im internationalen Flüchtlingsrecht durch die Genfer Flüchtlingskonvention zur Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1951 begründet.

Danach gilt als Flüchtling, wer "aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtung nicht in Anspruch nehmen will; oder der sich als staatslos infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will." (aus: Wikipedia).

In unserem alltäglichen Leben werden Flüchtlinge, die um Asyl ansuchen und das ihnen auch gewährt wird wenn sie dem oben zitierten Flüchtlingsbegriff entsprechen, mit Einwanderern, Migranten gleichgesetzt. Viele Einwanderer kamen, weil die Wirtschaft in Österreich Arbeitskräfte suchte und sucht. Gerade im ganzen pflegerischen Bereich wird in der derzeitigen Debatte sichtbar, wie wichtig für uns die Krankenpflegerin von den Philippinen ist, die Pflegehilfe aus der Slowakei ...

Es existiert kaum eine Baustelle, wo nicht Türken arbeiten, und wir werden auch immer wieder damit konfrontiert, dass im gesamten Computerbereich gut geschulte Inder eine wesentliche Stütze sind. MigrantInnen sind für uns Menschen, die ihren Ursprung außerhalb der EU haben, denn innerhalb der EU ist Bewegungs- und Ansiedlungsfreiheit ein garantiertes Recht.

In vielen Diskussionen werden Vorurteile geschürt, wird mit Angst gespielt - die nehmen dir deine Wohnung, deinen Arbeitsplatz -, werden Einzelfälle generalisiert. Aber eine Veränderung beginnt erst, wenn sich einerseits das Wissen verbessert, das Wissen um Fakten, um Lebensbedingungen, Haltungen, wenn es zu Begegnungen auf "Augenhöhe" kommt und wenn es letztlich auch gemeinsame Aktionen gibt - von der Kaffeejause bis zum Kinderspiel - wo wir spannende Spiele voneinander lernen.